Silikon im Shampoo – schlecht für die Haare?

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Die Beauty-Welt spricht von Silikonen – in Pflegeprodukten, Kosmetik, Shampoo… und immer taucht die Frage auf: Ist Silikon im Haarshampoo schädlich? Wir erklären ein paar Fakten über das „Wundermittel“ Silikon und seine Auswirkung auf unser Haar.

Was ist Silikon?

Ob Silikon in einem Produkt enthalten ist können wir auf der Liste der Inhaltsstoffe erkennen: Hinter den Endungen „-cone“ und „-xane“ verbirgt sich Silikon. Silikon ist ein synthetischer Stoff, der sehr wandelbar ist. Er kann als ringförmiges, kurzkettiges oder langkettiges Silikon gebildet werden und so für die unterschiedlichsten Gebiete angewandt werden: Zum Verfugen, als Cupcake-Form, als Brustimplantat… – oder eben in Kosmetik & Shampoo.

Man unterscheidet zwischen wasserlöslichen und nicht-wasserlöslichen Silikonen. Haarkuren und Haarspülungen enthalten meist sogenanntes Silikonöl: Dimethicon ist das „schwerste“ Silikon. „Leichte“ Silikone lassen sich leichter auswaschen, zum Beispiel Cyclomethicone und Cyclopentasiloxane.

Wie wirkt Silikon im Shampoo?

Silikonhaltige Shampoos und Spülungen machen das Haar glänzend und geschmeidig. Eine dünne Silikonschicht legt sich um jedes einzelne Haar und macht so die Oberfläche glatt. Wie ein Schutzfilm schmiegt es abstehende Schüppchen an das Haar und macht es zunächst seidig weich.

Warum sollte Silikon schlecht für’s Haar sein?

Mit nicht-wasserlöslichen Silikonen in Shampoos, Spülungen (ca. 90% aller Haarspülungen enthalten Silikone) oder Kurpackungen können sich immer neue Silikonschichten bilden, die das Haar versiegeln. Dadurch kann das Haar kaum wichtige Pflegestoffe aufnehmen.

Bei häufiger Verwendung von silikonhaltigen Produkten entsteht so bei manchen Verbrauchern ein „Überpflege“-Effekt: Weil das Haar stumpf und müde wirkt, werden weitere Pflegeprodukte wie Kuren, Spülungen etc. angewendet, die wiederrum sehr viel Silikon enthalten. Wer feines und kraftloses Haar hat, der sollte möglichst auf Silikone verzichten, denn sie beschweren das Haar zusätzlich.

Umsteigen auf silikonfreie Shampoos – wie wirkt sich das aus?

Wer von silikonhaltigen auf silikonfreie Haarpflegeprodukte umsteigt, der muss sich ca. zwei Wochen gedulden, bis das Haar wirklich von allen Silikonrückständen befreit ist. In dieser Zeit wirkt das Haar meist relativ stumpf und erschöpft. Die natürliche Haarstruktur muss sich „erholen“, bevor im Anschluss wieder wertvolle Pflegestoffe aufgenommen werden.

Auf das seidenweiche Gefühl, das Silikonshampoos zunächst hinterlassen, möchten viele Frauen ungern verzichten. Allerdings muntert die Großzahl derer, die auf silikonfreie Pflegeprodukte umgestiegen sind, zum Durchhalten während des Umstiegs auf. Nach 14 Tagen sieht das Haar „schöner als je zuvor“ aus und fühlt sich deutlich kräftiger und gesünder an.
Zertifizierte Naturkosmetik mit dem BDIH-Logo ist übrigens zu 100% silikonfrei.

Silikone belasten die Umwelt

Neben der Pflegewirkung und Auswirkung aufs Aussehen ist eigentlich eines noch viel wichtiger: Wie wirkt sich das Silikon auf unsere Umwelt aus?
Weil Silikone biologisch nicht abbaubar sind stellen sie eine Umweltbelastung dar: Selbst wasserlösliches Silikon bereitet Probleme bei der Filterung von Abwasser. Kleine Silikone können kaum herausgefiltert werden und bleiben im Klärschlamm zurück. Dieser wird teilweise als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Auf diesem Weg gelangen die Silikonreste, die wir aus unserem Haar waschen, in Flüsse, Seen und ins Grundwasser.

Unser Tipp: Beim nächsten Shampoo-Einkauf einfach mal die Liste der Inhaltsstoffe anschauen…
Nicht-wasserlöslicher Silikone: „Dimethicone“, „Cyclomethicone“, „Cyclopentoxilase“, „Dimethiconol“ u.a.
Wasserlöslicher Silikone: „Amodimethicone“, „Polysiloxane“, „PEG/PPG-14/4 Dimethicone“, „Dimethicone Copolyol“ u.a.

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